
Kooperationsprojekt „Sichtbar jüdisch“
Antisemitismusprävention
Begegnen. Verstehen. Verändern.
Jüdisches Leben muss selbstverständlich zu unserer Gesellschaft gehören. Doch häufig wird es auf die Geschichte oder den sog. Nahostkonflikt reduziert. Und Juden müssen in Angst leben. Das Gemeinschaftsprojekt von Glenn Trahmann und Moritz Pieczewski-Freimuth schafft Räume für persönliche Begegnungen, ehrliche Gespräche und neue Perspektiven.
Die Referenten
Glenn Trahmann ist Student der Politikwissenschaft und Jude. Seit seiner Kindheit engagiert er sich gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit.
Seit mehreren Jahren spricht er an Schulen und in Lehrerfortbildungen über jüdisches Leben heute, Antisemitismus und die Bedeutung von Begegnung und Dialog.

„Sichtbar Jüdisch steht für die vielen Facetten jüdischen Lebens. Nach einer Geschichte, in der Jüdinnen und Juden zum Schweigen gebracht werden sollten, ist Sichtbarkeit heute Ausdruck von Selbstbewusstsein, Freiheit und Demokratie. Wir möchten Begegnungen schaffen, Vorurteile abbauen und zeigen, dass jüdisches Leben ein selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft ist – und genau diese Vielfalt unsere Demokratie stärkt.“(Glenn Trahmann)
Moritz Pieczewski-Freimuth arbeitet seit vielen Jahren in der Präventionsarbeit und schafft Räume, in denen respektvoll und auf Augenhöhe kritisches Hinterfragen möglich wird.

„Viele Schülerinnen und Schüler erfahren oft zum ersten Mal, dass viele Juden mehrsprachig sind und es sogar arabisch-sprachige Juden gibt, oder dass Israel nur etwa so groß ist wie Hessen. Begegnung schafft Verständnis – und Diskriminierung können wir nur abbauen, wenn wir das Recht aller Menschen auf ein Leben in Würde verteidigen.“(Moritz Pieczewski-Freimuth)
Das Projekt
Gemeinsam verbinden wir persönliche Erfahrungen mit pädagogischer und wissenschaftlicher Expertise. Sichtbar Jüdisch soll zeigen, dass jüdisches Leben weder Randthema noch Vergangenheit ist, sondern lebendige Gegenwart seien muss.
Wir möchten mit Schülerinnen und Schülern in den Dialog treten, statt über sie hinwegzureden. Wir kreieren einen Ort …
- in dem Fragen ausdrücklich erlaubt sind,
- in dem Unsicherheiten ausgesprochen werden dürfen,
- in dem Vorurteile hinterfragt werden können,
- und in denen wir gemeinsam darüber sprechen, wo Kritik endet und Antisemitismus beginnt.
Unser Ziel ist es, Schulen im Umgang mit Antisemitismus nachhaltig zu stärken.
Wir verstehen uns nicht als einmaliges Workshop-Angebot, sondern als langfristige Ansprechpartner. Deshalb kommen wir auf Wunsch im folgenden Schuljahr erneut an die Schule, vertiefen Gespräche und greifen neue Entwicklungen auf.
Unsere Angebote
SchülerInnen-Workshops - Begegnen. Verstehen. Verändern.
- Ab Klasse 5
- Dauer: 90 Minuten
- Interaktives Format
Bewegung und Reflexion, theaterpädagogische Elemente und Dialog
Beispielfragen
- „Wenn ihr das Wort Jüdinnen und Juden hört – woran denkt ihr zuerst?“
- „Was haben Jüdinnen und Juden mit Israel zu tun?“
- „Warum betrifft Antisemitismus unsere gesamte Gesellschaft?“
- „Wie kann ich reagieren, wenn ich antisemitische Beleidigungen höre?“
Ziele
- Abbau von Antisemitismus
- Einblick in jüdisches Leben
- Perspektivwechsel anregen / Kritisches Hinterfragen fördern
- Gemeinsamkeiten erkennen
Das Setting
Glenn berichtet aus seiner Biografie. Moritz moderiert das Gespräch, stellt neugierige und manchmal auch provokante Fragen und ordnet Aussagen fachlich ein.
Gemeinsam eröffnen wir neue Perspektiven, durchbrechen Tabus, fördern Zuhören und Widerspruch, arbeiten mit aktuellen Beispielen aus dem Alltag der Jugendlichen, setzen klare Grenzen bei Ressentiments und laden mit Gegennarrativen zum Umdenken ein.
Zielgruppen- und Bedarfsorientierung
Je nach Jahrgangsstufe, Wissensstand und Dynamik der Klasse passen wir Methoden und Inhalte individuell an.
Bereits im Vorgespräch mit der Klassenleitung klären wir Erwartungen, Bedarfe und mögliche Herausforderungen.
Train the Trainer: Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogisches Personal
- Dauer: 180 Minuten
- max. 20 Teilnehmende
Ziel
Handlungssicherheit im Umgang mit Antisemitismus stärken
Inhalte
- jüdisches Leben heute
- Antisemitismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen, insbesondere israelbezogenen Antisemitismus, erkennen
- Prävention und Intervention im Schulalltag
Gemeinsam diskutieren wir Fragen wie:
- Wie kann Schule ein sicherer Ort für jüdische Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sein?
- Wie reagiere ich auf antisemitische Aussagen im Unterricht?
- Welche Unsicherheiten erleben Kollegen?
- Wie gelingt eine sachliche Auseinandersetzung mit kontroversen Themen?
Die Fortbildung verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit biografischen Erfahrungen, Fallbeispielen und kollegialen Austausch.
Bereits im Vorfeld fragen wir Bedarfe, Erfahrungen und konkrete Fälle aus dem Schulalltag ab, damit die Inhalte möglichst praxisnah gestaltet werden.
Nachhaltigkeit
Veränderung entsteht selten nach nur einem Gespräch.
Deshalb kommen wir auf Wunsch im nächsten Schuljahr erneut an Ihre Schule. Wir vertiefen Inhalte, greifen neue Fragen auf, begleiten Entwicklungen.
Denn Schülerinnen und Schüler verändern sich. Gesellschaft verändert sich. Und auch Antisemitismus verändert seine Artikulationsweise. Nachhaltige Demokratiebildung braucht kontinuierlichen Dialog statt einmaliger Projekte.
Was uns wichtig ist
Wir berücksichtigen die individuellen Bedarfe jeder Schule.
Gleichzeitig verstehen wir uns ausdrücklich nicht als Gedenkformat.
Unser Schwerpunkt liegt auf jüdischem Leben heute, Begegnung und demokratischer Bildung.
Daher bitten wir darum, keine Termine unmittelbar an oder rund um zentrale Gedenktage (27. Januar, 9. November oder 7. Oktober) einzuplanen.
Alle Angebote werden grundsätzlich von beiden Referenten durchgeführt.
Referenzen
An dieser Stelle finden Sie ausschließlich Rückmeldungen zum Kooperationsprojekt „Sichtbar jüdisch“.
„Ich habe Glenn als einen jungen Menschen kennengelernt, der bereit ist, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und dabei auch schwierigen und kontroversen Diskussionen nicht auszuweichen. Besonders schätze ich, dass er seine eigene Biografie nicht in den Mittelpunkt stellt, um ausschließlich über persönliche Betroffenheit zu sprechen, sondern sie als Ausgangspunkt für Aufklärung, Begegnung und demokratische Bildungsarbeit nutzt.“
„Es gelingt Glenn, Brücken zu bauen und gerade jungen Menschen die Bedeutung jüdischen Lebens, die Gefahren des Antisemitismus und die Verantwortung für ein respektvolles Miteinander verständlich und nahbar zu vermitteln.“
„Glenn bringt seine Perspektive auf seine aktuelle persönliche und die Lage der jüdischen Community klar und empathisch rüber, sodass die Menschen gut mitgenommen werden und ihre Ansichten überdenken können.“
Anfragen
sichtbar.juedisch@gmail.comGerne erstellen wir individuelle Angebote für Projekttage, Fachtage oder mehrere Workshops an einer Schule!
Instagram: @sichtbarjuedischInteresse an einer Zusammenarbeit?
Sprechen Sie mich gern zu diesem Projekt an.